Das Dossier auf einen Blick

Wenn die Ärzteschaft sich nicht selber überprüft, tun es fachfremde Gremien.
Und richten Schaden an.


Der VEMS setzt sich gegen fachlich mangelhafte und deshalb kontraproduktive Beurteilungsverfahren medizinischer Leistungen wie die WZW-Verfahren der santésuisse ein. Unser Vorschlag, um die tatsächlichen schwarzen Schafe unter den Ärzten zu finden, sind interinstitutionelle Expertenaudits, also keine einseitig auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Beurteilung des Arztes durch fachfremde Organisationen, Gremien und Instanzen, sondern eine Beurteilung ärztlicher Dysfunktion durch die Ärzte selbst vor.





Neuste Aktivitäten in diesem Dossier:

September 2012:
Artikel in der Ärztezeitung




Ausgangslage

Der Versuche, auf den Entscheid und auf die Behandlung des Arztes mittels wirtschaftlicher Bonus- und Malus-Systeme Einfluss zu nehmen, sind so vielfältig wir fragwürdig. Die Wirtschaftlichkeitsverfahren der santésuisse, Budgetmitverantwortung und Fallpauschalen gehen davon aus, der Arzt gehöre wirtschaftlich überwacht, weil er sich sonst auf Kosten seiner Patienten bereichere. Dabei sind es genau diese Systeme, die ärztliche Dysfunktion nicht erfassen, sondern verursachen. Unter ökonomischem Druck stehend, muss der Arzt im Interesse seines eigenen Überlebens vermehrt Handlungen vornehmen, die sich gegen das Wohl seines Patien richten. Die Unzufriedenheit darüber ist gross, die Berentschaft, dagegen zu handeln, viel zu gering, bedenkt man, dass es dabei um nichts Geringeres geht, als um die Erhaltung des Berufsethos des Arztes.


Negative Folgen
Die Folgen der Tendenz zur Überwachung des Arztes von aussen sind verheerend: Durch die Ungenauigkeit der Methoden entsteht ein allgemeines Klima der Angst. Der Arzt richtet sein Handeln vermehrt danach aus, Sanktionen zu verhindern, anstatt daran, seinen Patienten adäquat zu versorgen. Einerseits stört dies die Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient empfindlich - mithin ein entscheidender Faktor für den Heilungserfolg - und verursacht überdies mittel- bis lanfristig Mehrkosten, indem in der Prävention "gespart" wird. Andererseits versucht in diesem Klima jeder Arzt, seine eigenen Pfründe zu schützen. Dies schadet der Solidarität unter der Ärzteschaft und verhindert eine produktive Zusammenarbeit. Nur diese produktive Zusammenarbeit unter Kolleginnen und Kollegen kann aber einen optimalen Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel gewährleisten. Die immer grösser und umfangreicher werdenden Kontrollsysteme hingegen führen zu zermürbenden und teuren Grabenkämpfen und verschlingen Gelder, die dann in der Behandlung fehlen.

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Die Arbeit des VEMS
Der VEMS setzt sich seit Jahren gegen Systeme ein, die von aussen Einfluss auf den Entscheid des Arztes nehmen: die Wirtschaftlichkeitsverfahren der santésuisse (WZW), die Fallpauschalen, Managed Care. Mit dem Projekt Dysfunction Assessment soll nun eine Alternative geschaffen werden.
Was in der Schweiz fehlt, ist eine Systematik ärztliche Dysfunktionen einerseits und Instanzen zur Erfassung dieser Dysfunktionen andererseit. Wir möchten an beidem gemeinsam mit allen interessierten Ärztinnen und Ärzten arbeiten. Das untenstehendeDokument können Sie direkt bearbeiten und an folgende E-Mail schicken: michel.romanens@gmail.com. Wir werden sämtliche Inputs einpflegen. Wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit!

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