Politik, Behörden und Medien sollen erkennen, dass viele Public Health-Studien der Schweiz gefährliche Janusstudien sind.

Die Arbeit des VEMS im Dossier «Public Health» hat gezeigt, dass im Bereich der Public Health-Studien der Schweiz dringender Bedarf an Professionalisierung besteht. Dies beginnt mit einer Sensibilisierung der Problematik, deren Tragweite noch viel zu wenig erkannt ist: die bestehenden Studien haben kaum Aussagegehalt, weshalb mit ihnen ausgesagt werden kann, was man gerade aussagen will.




Neuste Aktivitäten in dieser Kampagne:

April 2013:
Brief an Prof. Schleiniger bezüglich seiner
mangelhaften Studie, die auch schon Willy Oggier moniert hat.

März 2013:
VEMS-Artikel in der Ärztezeitung zu Janusstudien

Januar 2013:
Pressedossier

20. Oktober 2012:
Artikel in der NZZ

18. September 2012:
Brief an Bundesrat Alain Berset



Hintergrund

Die Schweizer Medien haben in der Vergangenheit eher unreflektiert eine Sicht vermittelt, die zwar allgemeiner Tenor der Politik ist, aber einseitig und stark beeinflusst von den Interessen der Krankenkassen. Investigativer Journalismus wurde bisher viel zu wenig betrieben, vielmehr bezog man sich auf die verfügbaren Studien, die ja wohl korrekt sind, stützt sich doch auch unsere Politik auf sie. Diese ihrerseits sieht sich dadurch in ihrer Sicht bestätigt und hat keinen Grund, die Wissenschaftlichkeit und Professionalität der Schweizer Public Health-Studien anzuzweifeln. Der VEMS hat dies getan und kann am Beispiel grundlegenden Studie mit folgenschweren Indikationen nachweisen, dass im Bereich der Public Health-Studien der Schweiz dringender Bedarf der Professionalisierung besteht. Gelingt es nicht, diese zu erreichen, sind falsche Lenkungsentscheide mit schwerwiegenden Folgen unvermeidlich, denn eine Janusstudie hat hohes Potential, instrumentalisiert zu werden.


Botschaft
Studien wie die vom VEMS begutachtete Busato-Studie «Geographic variation in the costs of ambulatory care in Switzerland» haben einen Absender, den Politik, Behörden und Medien als Garant für ihre Wissenschaftlichkeit nehmen. Dass dem nicht so ist, vielmehr im Bereich der Public Health-Studien auf höchster Ebene unwissenschaftlich gearbeitet wird, zeigt die Busato-Studie exemplarisch. Eine Politik, die ihre Lenkungsentscheide auf solche Janusstudien stützt, ist gefährlich, Behörden, die nichts gegen sie unternehmen, fahrlässig, Medien, die sie nicht hinterfragen, unglaubwürdig.efährlich, Behörden, die nichts gegen sie unternehmen, fahrlässig, Medien, die sie nicht hinterfragen


Ziel
Die Public Health-Studien der Schweiz sollen den Auflagen an die Wissenschaftlichkeit genügen, damit die aus ihnen abgeleiteten Lenkungsentscheide zu einer optimalen Allokation der Ressourcen führen. Weiter Informationen: www.vems.ch/public-health.

Download VEMS-Stellungnahme Public Health
Download VEMS-Antrag Zweckmässigkeitsforschung


Zielgruppen und Aktivitäten
Unsere Kampagnenaktivitäten richten sich an Politik, Behörden und Medien

Politik
In einem Brief vom 18. September 2012 haben wir Bundesrat Alain Berset über unsere Arbeit und ihre Erkenntnisse informiert und gefordert, dass er seine Gesundheitspolitik vor diesem Hintergrund überdenken möge.

Download Brief an Bundesrat Alain Berset

Behörden
Der Ethikrat der öffentlichen Statistik der Schweiz schien uns gemäss seines Tätigkeitsberichts dafür zuständig, Arbeiten wie die Busato-Studie zu verhindern, weshalb wir bei ihm eine entsprechende Eingabe gemacht haben. In seiner Antwort vom 19. September 2011 sah er sich für das Problem allerdings nicht zuständig. Wir haben dem Ethikrat der öffentlichen Statistik der Schweiz unsere Verwunderung über diese Antwort mitgeteilt und sehen uns durch sie in den Forderungen unseres Antrags Zweckmässigkeitsforschung bestätigt.

Download Antwort Ethikrat
Download VEMS-Replik Ethikrat

Medien
Der VEMS reagiert, wenn Medienschaffende Sachverhalte und Sichtweisen vermitteln, die nachweislich falsch sind, und informiert, welche Fehler welcher Studien diesen zugrunde liegen, bzw. welche Studien unter Vermeidung dieser Fehler zu anderen Schlüssen kommen. Dies haben wir im Briefwechsel mit Roger de Weck, Direktor des Schweizer Radios und Fernsehens, getan, bezugnehmend auf die Kassensturz-Sendung vom 8. Mai 2012.
Download Brief an Roger de Weck
Download Antwort Roger de Weck
Download VEMS-Replik an Roger de Weck

Medienschaffenden erteilen wir gerne Auskunft über unsere Arbeit. Kontaktieren Sie bei direkt unseren Kommunikationsverantwortlichen Flavian Kurth (flaviankurth@gmail.com).

Download Pressedossier Public Health


Zum NZZ-Artikel