Symposium zu einem kontrovers diskutierten Thema.

Das Thema der Entscheidungen am Lebensende ist vor allem im Zusammenhang mit assistierten Suiziden derzeit heftig und kontrovers in den Medien präsent. Der Verein Ethik und Medizin Schweiz VEMS führt hierzu ein Symposium durch, an welchem erstmals Vertreter von Medizin, Sterbehilfe, Ethik und Ökonomie aufeinandertreffen, um der schwierigen Frage auf den Grund zu gehen, welche Einflüsse in die Entscheidung für den assistierten Suizid hineinspielen und unter welchen Bedingungen eine solche Entscheidung überhaupt als autonome Entscheidung zu werten ist. Ebenfalls diskutiert wird die Frage, wie der derzeitige Prozess assistierter Suizide neu zu gestalten wäre, damit ethisch vertretbare Bedingungen
herrschen.

Problematik
Der VEMS hat seine Position zum Thema im Februar 2015 in einem Positionspapier festgehalten und in den Diskurs eingebracht. Zusammen mit einer Tendenz zur Rationierung im Gesundheitswesen, ohne dass eine Diskussion darüber stattgefunden hat, wie ethisch vertretbare Rationierung auszugestalten wäre, stellt der VEMS die Frage der Legitimation der Förderung assistierter Suizide auf Regierungs- und Behördenebene durch liberale Bedingungen und einseitige Information. Wir stellen diesbezüglich teilweise erhebliche Wissensdefizite fest. Dies nicht nur aufseiten der Betroffenen selbst, sondern auch in der Ärzteschaft, wie eine Studie der SAMW aufzeigt. Die Verhärtung der Fronten zwischen Sterbehilfeorganisationen und Kritikern des assistierten Suizids trägt das Ihre dazu bei, dass in einer zusehends unsachlich geführten Kontroverse gefährliche Wissenslücken klaffen. Dies kann zu Fehlentscheidungen führen. Ein so zentrales Thema wie die Gestaltung der letzten Lebensmonate und -wochen sollte in einer aufgeklärten Gesellschaft von den Betroffenen und von den Angehörigen wohlüberlegt und in voller Kenntnis der Sachlage angegangen werden.

Zielpublikum des Symposiums
Das Symposium richtet sich sowohl an Fachkräfte und deren Fachverbände und Interessengruppen als auch an medizinische Laien, vornehmlich an Entscheidungsträger der Politik, der Behörden, der Industrie und der Medien sowie an ein interessiertes Publikum.

Panel und Moderation

Palliativmedizin:

Dr. med. Daniel Büche (Leiter Palliativzentrum Kantonsspital St. Gallen)


Sterbehilfe:

lic. iur. Saskia Frei, Rechtsanwältin (Präsidentin EXIT Deutsche Schweiz)


Gesundheitsökonomie:

Prof. Dr. Urs Brügger (Gesundheitsökonom ZHAW)


Verein Ethik und Medizin Schweiz VEMS:

Dr. med. Michel Romanens (Präsident VEMS)


Moderation:

Prof. Christoph Rehmann-Sutter (Ethik, Universität zu Lübeck)


Zeit und Ort
Donnerstag, 29. Oktober 2015, 16:00 bis 19:00 Uhr, Kantonsspital Olten, Auditorium
Anmeldungen werden erbeten an: michel.romanens@gmail.com

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