Wenn Partikularinteressen den Diskurs führen, braucht es eine Stimme
der Unvoreingenommenheit.

Die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens haben alle ihre verständlichen Interessen und versuchen folglich, den Diskurs in eine diesen Interessen dienende Richtung zu lenken. Spielen die regulativen Kräfte unseres demokratischen Systems, ist dagegen nichts einzuwenden. Schaut man jedoch auf die Zusammensetzung unserer politischen Gremien und die Bildung von Lobbys einiger Akteure in diesen Gremien, ist leicht zu erkennen, dass hier ein ungesundes Ungleichgewicht namentlich zugunsten der Krankenkassen herrscht. Dies macht einige gesundheitspolitische Entscheide der letzten Jahre zwar verständlicher – das Volk zu überzeugen vermochten sie indes nicht. Hier sieht der VEMS seinen Auftrag: Das Gesundheitswesen soll wieder für die Menschen da sein, nicht umgekehrt.


Auftrag
Die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens Schweiz sind alle in Verbänden, Gremien und Interessengruppen organisiert. Jeder versucht, so gut es geht, die eigenen Interessen zu wahren, ohne dem anderen allzu sehr weh zu tun. Das ist gutschweizerisch – führt in einer Situation der dringend nötigen Paradigmenwechsel, wie wir sie im Gesundheitswesen heute zweifelsohne haben, aber nur zu Verschiebungen, nicht zu wirklichen Veränderungen. Eine positive Umgestaltung des Gesundheitswesens zurück zu einem System für das Gemeinwohl kann nicht für alle Akteure schmerzlos vonstatten gehen. Die Grundlagen hierzu sollen wissenschaftlichen Standards genügen. Unter keinen Umständen ist es akzeptabel, dass wissenschaftliche Arbeiten solcherart manipuliert werden, dass sie Partikularinteressen bedienen, um sie dann unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit als Grundlagen zu installieren. Hier setzt der VEMS an: Als von sämtlichen Akteuren des Gesundheitswesens unabhängiger wissenschaftlicher Verein mit ausgewiesener statistischer Kompetenz können wir solche Grundlagen unvoreingenommen angehen und infrage stellen. Dies tun wir unter Beizug renommierter Spezialisten aus dem In- und Ausland, die wir als externe Gutachter beiziehen. Die so erarbeiten Gutachten machen wir allen Interessierten hier auf dieser Internetseite öffentlich zugänglich und laden zu einer kritischen Auseinandersetzung mit ihnen ein, namentlich die zuständigen Verbände, Behörden, Politiker und Medien.



Ziele und Werte
Bei unserer Arbeit verfolgen wir folgende Ziele und lassen uns dabei von folgenden Werten lenken:
  • Die Gesundheitsökonomie soll mehr sein als die Applizierung der Ökonomie auf das Gesundheitswesen; sie soll dem gemeinnützigen Grundcharakter des Gesundheitswesens entsprechen und folglich einer ethischen Prüfung standhalten, wobei eine rein utilitaristische Ethik als zu einseitig zu beurteilen ist und zu Ungleichgewichten und Ungerechtigkeiten führt, die die Gemeinschaft destabilisieren.
  • Im Zentrum jeder gesundheitspolitischen Entscheidung und jeder medizinischen Massnahme soll der Patient und sein Wohlergehen stehen.
  • Entscheidungen im Gesundheitswesen sollen transparent, öffentlich zugänglich und nachvollziehbar sein; ihre Grundlagen haben den Anforderungen der Wissenschaft zu genügen.
  • Gesundheitspolitische Entscheide, die einer kritischen Prüfung nicht standhalten, weil sie aufgrund von Verbindlichkeiten und nicht auf wissenschaftlicher Basis gefällt wurden, sollen untersucht, offengelegt, geahndet und bekämpft werden.
  • Entscheidungen für komplexe medizinische Eingriffe sollen basiert auf der Meinung von zwei Fachpersonen (Ärzten) gefällt werden, nicht auf der Grundlage der Einschätzung einer Krankenkasse oder einer anderen, fachlich nicht kompetenten Person oder Instanz.
  • Der Arzt soll in seiner Arbeit zum Wohle des Patienten unterstützt und nicht behindert werden; er soll nicht in ein ethisches Dilemma gezwungen werden, sondern seinen Beruf so ausüben können, wie es sein Patientenauftrag von ihm verlangt.
  • Prozesse, bei denen medizinisch-ethische Grundlagen verletzt werden, sollen bezogen auf diesen Aspekt untersucht, offengelegt, geahndet und bekämpft werden.
  • Ärzteschaft, Medien und Öffentlichkeit sollen ein objektives Bild der Vorgänge im Gesundheitswesen Schweiz erhalten, um so abschätzen zu können, weshalb welche Entscheidungen gefällt wurden, und sich gegebenenfalls dagegen zu wehren.
  • Entscheidungen, welche nicht im Interesse des Patienten erfolgen, sollen vermehrt auch durch die Ärzte selbst erfasst und auf neuen institutionalisierten Wegen weitergeleitet werden.
Lesen Sie hierzu auch den Synapse-Artikel unseres Präsidenten.