VEMS: Wichtigste und innovativste Publikationen

VEMS: Landmark & Most Innovative Publications

Verein Ethik und Medizin Schweiz (vems.ch / ambulante-versorgung.ch)

Unabhängiger Think-Tank für das Schweizer Gesundheitswesen

Als unabhängiger Think-Tank erarbeitet der Verein Ethik und Medizin Schweiz (VEMS) im Auftrag der Stiftung für Fairness im Gesundheitswesen (fairfond.ch) evidenzbasierte Analysen und konstruktive Lösungsansätze für das Gesundheitswesen.

Die Publikationen des VEMS zeichnen sich dadurch aus, dass sie ethische Fragen nicht abstrakt behandeln, sondern direkt an mathematisch-statistische Modelle, die KVG-Versorgungsrealität und die Gesundheitsökonomie koppeln. Nachfolgend sind die zentralen systemrelevanten sowie die methodisch innovativsten Arbeiten aufgeführt.

Teil I: Die wichtigsten Texte (Systemrelevanz & Standespolitik)

Systemrelevanz & Grundlagen

1. Die Gründungs-Trilogie (Grundlagenpapiere 2014)

Diese Arbeiten bilden das normative Fundament des VEMS. Die VEMS-Charta identifiziert fundamentale Fehlinterpretationen der KVG-Gesetzgebung (u. a. das Ethik-, Ökonomie- und Wissenschafts-Missverständnis) und zieht eine klare ethische Grenze gegen kollektivistisch-utilitaristische Steuerung. Ergänzt wird dies durch das Manifest für eine evidenzbasierte Zweckmässigkeitsbeurteilung sowie die Kritik verdeckter Rationierung via QALY-Grenzwerte.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. VEMS-Charta Ethik und Medizin; Rationierung, QALY und die mathematische Maschinerie; Manifest für eine wissenschaftliche Zweckmässigkeitsforschung und -beurteilung. Verein Ethik und Medizin Schweiz (VEMS), Olten/Basel, 2014. Volltexte verfügbar unter: vems.ch / docfind.ch.
Wirtschaftlichkeitsprüfung

2. Dossiers zur Wirtschaftlichkeitsprüfung (WZW & Regressionsmodelle)

Detaillierte juristisch-mathematische Analysen zum Screening der Krankenkassenverbände (santésuisse). Die VEMS-Arbeiten weisen nach, dass Durchschnittskostenprüfungen ohne adäquate Morbiditätsbereinigung (PCG/Risikoausgleich) das Prinzip der Einzelfallgerechtigkeit verletzen, Kranke diskriminieren (Risikoselektion) und Ärztinnen und Ärzte mit hohem Anteil multimorbider Patienten unberechtigt sanktionieren.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. Weshalb sind die WZW-Verfahren ein gefährlicher und teurer Irrtum? Statistische und juristische Leitfäden zur Morbiditätsbereinigung. VEMS Positionspapiere, Olten. Online verfügbar unter: vems.ch/work-in-progress.
Standespolitik & Versorgungsökonomie

3. Standespolitische Analysen (FMH-Dossiers, Tarife & EFAS)

Eine schonungslose Bestandsaufnahme über das Zurückweichen ärztlicher Körperschaften vor behördlichem und kassengetriebenem Kostendruck. Die Analysen zeigen, wie fehlanreizbehaftete Tarifeingriffe (Tarmed/Tardoc) und unvollständige Finanzierungsreformen die angestrebte ambulante Verlagerung („ambulant vor stationär“) aushöhlen und die wohnortnahe Grund- und Spezialarztversorgung gefährden.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. FMH quo vadis? / VEMSReport FMH: Was ist von einer Standesvertretung zu halten, die ihren Mitgliedern Schaden zufügt? sowie Eine Rechnung, die nicht aufgeht: Tarmed-Debakel und WZW-Skandal. Positionspapiere VEMS, 2026. Online auf: vems.ch/papiere/positionspapiere und ambulante-versorgung.ch.

Teil II: Die innovativsten Texte (Methodische Pionierarbeit)

Interdisziplinäre Innovation

4. Das Konzept der «Mathemethik»

Der VEMS begründet die Disziplin der Mathemethik: Die Erkenntnis, dass zeitgemässe Bioethik zahnlos bleibt, wenn sie nicht fähig ist, statistische Regressionsmodelle, QALY-Algorithmen und Risikoprofile mathematisch zu prüfen. Werden Kosten-Nutzen-Formeln mit fehlerhaften oder veralteten Arzneimittelpreisen gefüttert, Einsparungen durch vermiedene Invalidität ignoriert oder Risiken von Frauen und Multimorbiden rechnerisch unterschlagen, führt dies zu systematischer Fehl- und Nichtbehandlung.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. Mathemethik: Förderung des Verständnisses von statistisch-mathematischem Wissen für die Ethik (Beurteilung Behandlungen, Beurteilung Behandelnde, Beurteilung Behandlungsbedarf). Themenschwerpunkt und Schriftenreihe VEMS, Olten. Vollständig online abrufbar unter: vems.ch/mathemethik-2 sowie vems.ch/mathemethik-2/beurteilung-behandlungen.
Evidenzbasierte Demaskierung

5. HTA-Fehlrechnungen & Statine (Swiss Medical Board Kritik)

Minutiöser Nachweis gravierender Rechen- und Modellierungsfehler im Health Technology Assessment (HTA). Anhand des Berichts des Swiss Medical Board (SMB) zur Primärprävention mit Statinen legte der VEMS offen, wie durch den Einsatz veralteter Medikamentenpreise (Nichtberücksichtigung von Generikapreisen), unpassende Zeithorizonte und selektive Formelanpassungen künstlich überhöhte Kosten pro QALY (CHF 210’000.–) errechnet wurden, um wirksame und kostengünstige Behandlungen zu delegitimieren.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. Fehlerquellen bei der Kosten- und Nutzenevaluation: Re-Auditierung des HTA-Berichts des Swiss Medical Board zu Statinen in der kardiovaskulären Primärprävention. VEMS Dossier HTA & Zweckmässigkeitsbeurteilung. Online dokumentiert unter: vems.ch/mathemethik-2/beurteilung-behandlungen sowie vems.ch.
Wissenschaftstheorie

6. Von Hippokrates zur Medizinischen Bioethik

Eine wissenschaftstheoretische Rekonstruktion des Paradigmenwechsels vom individualethischen Versorgungsauftrag (Hippokratischer Eid) hin zu einem utilitaristisch-bürokratischen Kollektivismus. Das Papier arbeitet heraus, wie im Zuge moderner Versorgungssteuerung Zahlen und statistische Kennziffern manipuliert werden, um politische und ökonomische Rationierungsziele als vermeintliche medizinische Notwendigkeit zu tarnen.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. Von Hippokrates zur Medizinischen Bioethik – eine Analyse der Beziehung Medizin-Ethik-Ökonomie. VEMS-Positionspapier (Erstfassung April 2021). Volltext online verfügbar unter: vems.ch/papiere/positionspapiere sowie vems.ch/mathemethik-2/vems-positionspapier.
Kommunikation & Nocebo

7. Toxische Narrative & Nocebo-Effekte in der Gesundheitspolitik

Verknüpfung von Linguistik, Kommunikationswissenschaft und klinischer Medizin. Der VEMS analysiert die Ausdifferenzierung von Mis-, Dis- und Malinformation (MDM) im Gesundheitswesen. Populistische Diffamierungskampagnen gegen die Ärzteschaft und ständige Bedrohungsszenarien bezüglich „Überversorgung“ fungieren als systemischer Nocebo-Effekt, der das Vertrauensverhältnis zum Arzt untergräbt und so messbare klinische Therapieschäden erzeugt.

Referenz: Michel Romanens, Flavian Kurth, et al. Placebo- und Nocebo-Effekte in der Gesundheitskommunikation: Mis-, Dis- und Malinformation (MDM) (Januar 2026) sowie Wenn Worte töten – Wie «toxische» Narrative in die Medizin hineinwirken (Juni 2021). VEMS Positionspapiere, online abrufbar unter: vems.ch/papiere/positionspapiere.

Disclosures & Transparenz

Der Verein Ethik und Medizin Schweiz (VEMS) ist eine unabhängige Vereinigung von Ärztinnen, Ärzten und Wissenschaftlern. Die Analysen erfolgen ohne Zuwendungen von Krankenversicherern oder pharmazeutischen Interessengruppen. Ziel ist die Bewahrung der ärztlichen Unabhängigkeit, der evidenzbasierten Patientenversorgung und des Schutzes vulnerabler Kranker vor ökonomischer Fehlsteuerung.

Kontakt & wissenschaftliche Korrespondenz:
Dr. med. Michel Romanens: michel.romanens@hin.ch